Samstag, 12. Januar 2019
Das Christkind kommt
Und über den Wipfeln ward Ruhe zur Weihnachtszeit. Leise rieselte der Schnee auf Häuslein und Sträßchen, auf die Tännchen und die Tannen. Und der Wind wehte leise und säuselte ein wundervolles Lied von der Liebe zur Weihnachtszeit, von den großen Augen der Kinder und vom Lächeln auf den Lippen der lieben Eltern. Und am Weihnachtsbaum, licht und warm, brannten die lieben Kerzen und zauberten ein Leuchten in die Augen der Kinder, und in der Luft lag der wundervolle Duft von Gebäck und großer Zufriedenheit. Und die Familie saß vor dem Kamin zusammen und wartete auf das Erscheinen des Christkinds.
Heute war der Abend, denn heute kam das Christkind durch den Kamin zu ihnen. Man konnte es schon hören, denn etwas rührte sich im Kamin, etwas machte leise Geräusche und etwas war auf dem Weg zu ihnen. Dann erschien das Christkind und hielt ein verpacktes und mit einer goldenen Schleife versehenes Geschenk in den Händen.
Und das Christkind warf dem kleinen Jungen seine Playstation an den Kopf und sagte: „Ich kann mich nicht mit dir beschäftigen, du Scheißblag, hab noch 120 Stopps vor Mitternacht. Der ganze Scheiß muss noch ausgeliefert werden, also verfick dich!“
Und das Christkind ging vonhinnen, denn es waren noch andere kleine Jungen in der Stadt, mit leuchtenden, wundergroßen Augen, die auf ihr Geschenk warteten zur Heiligen Nacht. Und es ward Stille über den Wipfeln, denn es ward zur Weihnachtszeit.

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