Mittwoch, 9. Januar 2019
Dönerhaut
Also so bin ich mit Sicherheit noch nie angebaggert worden. Vorletzte Woche war ich im Dönerladen am Belsenplatz und dort hat mich doch die Bedienung mit ihrem Hintern angelächelt. Wackel wackel und dazu ein Augenaufschlag. Ich habe ihr dann ja zu verstehen gegeben, dass ich nicht möchte und was hat sie gestern getan, als ich wieder dort war? Mir einen Döner hingestellt, mit einem Gesicht, als wollte sie mich erschlagen und dann bestand dieser Döner auch nur aus Haut und nicht aus dem, bei dem es bei einem Döner eigentlich geht. Also, vielleicht hätte ich dort auch nicht wieder auftauchen sollen, mit Rücksicht auf das Herz der Dame, aber nun war ich nun einmal dort und dann das. Und so bin ich bestimmt noch nie angebaggert worden, denn nachdem sie mir diesen Dingsdöner hingestellt hat, hat sie wieder mit dem Hintern gewackelt und ihr Angebot per Augenaufschlag erneuert.
Naja, und dann musste ich mal nachdenken, wie die Frauen mich in all den Jahren so angegraben haben. War eigentlich immer ganz nett, wenn ich daran denke. Am witzigsten war wahrscheinlich meine Schulkameradin in der 4. Klasse, die mir immer unter das Hemd gefasst hat, um meinen Brustkorb zu berühren. Wirklich wahr und später haben wir geknutscht und aufeinander gelegen, aber im voll bekleideten Zustand natürlich.
Und dann, etwas später, auf der Hauptschule, war dann diese junge Türkin, die mich angemacht hat, indem sie die Stufen im Haupthaus nach unten gegangen ist, und zwar so, dass ihre voll entwickelten Brüste überdeutlich in Bewegung waren. Also das, was du heute nur bekommst, wenn du Dead or Alive spielst, oder wie das heißt. Ist in echt aber echter, muss man wirklich sagen. Wir waren dann aber nicht zusammen.
Danach erinnere ich mich an Anke, die mir einfach einen Brief zusteckte, in welchem sie mir mitteilte, dass sie mich mag und mit mir gehen will. Und sie meine es ernst, sagte sie, und wenn ich sie mal kennenlernen will, dann soll ich morgen nach der Schule an der Litfaßsäule erscheinen, wenn ich möchte. War aber auch nichts.
Und dann, viel später das, hat Kerstin sich mir in der Zille mitgeteilt, indem sie ihre Hand auf die Innenseite meines rechten Oberschenkels gelegt hat. Sie wollte scheinbar den direkten Weg gehen, aber ich wollte das nicht direkt. Und dann war da noch Petja, die mich bei 999 schönen Partien Schach überreden wollte und mich jede Partie gewinnen ließ, obwohl sie viel besser als ich war. Wir waren dann aber nicht zusammen.
Und dann Maria, später auf dem Gymnasium, die mir eine Art Liebesgedicht geschrieben hat, obwohl das ja mein Job gewesen wäre. Man muss sagen, sie fand ich am interessantesten, weil sie blitzgescheit war und auch anders. Klein, etwas rundlich und mit diesen Zylonenaugen, die immer von einer Seite zur anderen wanderten. Und beinahe hätte ich mich in sie verschossen.
Aber nein, ich habe nie ja gesagt, aus welchem Grund auch immer, bis ich auf jemanden stieß, die mich dazu brachte, sie anzugraben. Meine erste richtige Freundin, mit 18 Jahren. Ja, war ganz schön spät, hat mich aber nie gestört. Und wir waren sehr lange zusammen, daran erinnere ich mich auch noch.
Und nun wurde ich nach etwas längerer Zeit mal wieder angegraben und das mit der Haut vom Dönerspieß. Sagt selbst, seid ihr schon mal mit der Haut von einem Dönerspieß angemacht worden? Könnt ihr mal sehen.

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